Als wär das Leben so
Rainer Moritz ist uns bekannt als literarischer Tausendsassa.
Er ist Literaturkritiker, Übersetzer, Lektor, Chef des Hamburger Literaturhauses und Autor. 2018 war er zu einer Lesung aus seinem Buch "Mein Vater, die Dinge und der Tod" bei uns zu Gast. Eine sehr persönliche, autobiografische Geschichte. In seinem neuen Roman "Als wär das Leben so" erwartet die Leser*innen eine gänzlich andere Geschichte. Rainer Moritz erzählt auf knapp 200 Seiten Lisas Lebensgeschichte. Seine Protagonistin ist eine unabhängige, selbstbewusste, ihre Freiheit liebende, eigenständige Frau. Manchmal erscheint sie fast ein wenig verschlossen und spröde. Um Konventionen schert sie sich nicht großartig, sie lebt ihr Leben - bis dieses ihr einen Strich durch die Rechnung macht. Mehr soll nicht verraten werden... Rainer Moritz findet auf den ersten, ca. 70 Seiten einen recht distanzierten Ton und macht es uns garnicht so leicht, Lisa näher zu kommen. Danach ändert sich sein Erzählstil zart. Er lässt Lisa Emotionen zeigen und schafft es in lakonischen Worten, die Beziehungen, das Leben und Schicksal dieser starken Frau lebendig zu erzählen. Was macht ihr Leben aus? Diese Frage und die Bilder aus Lisas Leben bleiben im Kopf...
Für Sie gelesen von Anke Birk