Der Erdspiegel

Dem neuen historischen Krimi der Autorin ging ein langes Warten voraus, welches sich für mich unbedingt gelohnt hat.
"Der Erdspiegel" behandelt einen wahren Kriminalfall um 1800 und ist in einer solch faszinierenden Sprache geschrieben, welche geprägt ist von alten, heute nicht mehr gebräuchlichen Begriffen. Die Autorin erzeugt so einen Zeitkolorit und eine packende Atmosphäre, wodurch man sich umgehend in eine andere Zeit zurückversetzt fühlt.
Eine sehr gläubige, aber durchaus harte und unbarmherzige Zeit.
Dieser True Crime Roman kann man durchaus auch als literarischen Thriller bezeichnen, weil mit dem Bichel der Mörder bereits von Beginn an feststeht und seine Taten durchaus brutal sind.
Die Geschichte erzählt von den schrecklichen Verbrechen des Viehändler Bichel aus Regendorf, einem kleinen Ort nahe Regensburg.
Bekannt war er der Bichel und wortgewandt, weshalb er unter den Leuten ein großes Ansehen genoss. Die Leute hörten ihm gebannt zu, kauften dem Bichel seine Geschichten ab. So hingen auch junge Frauen, welchen er nicht immer nur zufällig über den Wege läuft an seinen Lippen und kauften ihm gebannt die Geschichte seines Erdspiegels ab, durch den man seine Zukunft voraussehen kann. Leichtgläubig und naiv würde man meinen, dass es sie anhand solcher Geschichten hinauf zum Bichelhof zog...

Andrea Maria Schenkel stieß im Archiv der New York Times zufällig auf diese unglaubliche Geschichte des Andreas Bichel, welche dort um 1889 erstmals erwähnt wurde und dem berühmt berüchtigten Jack the Ripper sogar als Vorbild zugetragen wurde...

"Der Erdspiegel" ist nicht nur aus dieser Sicht eine stimmungsvolle und schaurige Geschichte, die mich absolut in ihren Bann gezogen hat!

Gelesen von Maurice Prümm

 


Bibliographie