Die Stunde der Hyänen

Ehre wem Ehre gebührt!
Der diesjährige Krimipreisträger Johannes Groschupf liefert mit 'Die Stunde der Hyänen' wieder einmal einen packenden, stets emotionalen Kiez- Krimi und eine gut beobachtete Momentaufnahme unserer Gesellschaft ab.

"Die Fußgänger wichen ihm aus. Radfahrer schossen an ihm vorbei. Die Stralauer Allee stadtauswärts war voll, Donnerstagnachmittag, alle mussten noch einkaufen, wollten nach Hause. Das war Berlin.
Immer in Eile. Kein Ort für Gott."

Eine Reihe von Brandanschlägen auf Autos heizt die Stimmung im Kreuzberger Kiez an. Faszinierend und abstoßend zugleich begleiten wir den Täter bei seinen Aktionen, welche getrieben sind, durch Wut, Verlangen und Befriedigung, glaubt er doch, aufgewachsen in einer religiösen Sektenwelt, Satan beherrsche die Stadt.
Während die Anwohner genug von der Tatenlosigkeit der Polizei haben und selbst auf Streife gehen, ist auch die Reporterin Jette Geppert in der nächtlichen City unterwegs um die Stimmung aufzufangen. Dort trifft sie nicht nur auf die junge Polizistin Romina Winter und aufgebrachte Bürger, sondern kommt auch dem Täter näher. Nach wie vor zieht es Maurice Jaenisch zur Gemeinschaft, wo unter dem heiligen Deckmantel ein schier abscheulich gottloser Alltag zu herrschen scheint. Dort zieht es auch den zwielichtigen Polen Radek Malaczyk hin, der den ersten Brandanschlag überlebt hat und Maurice verraten könnte...

Dieser Roman ist so facettenreich und abgründig, wie das Leben und die Menschen in Berlin selbst.
Tiefgründig, packend und emotional in einer klaren Sprache erzählt...
Chapeau

Eins der wenigen Bücher in 2022, welches ich gelesen UND gehört habe! Einfach grandios!

Empfohlen von Maurice Prümm