Die Toten vom Gare d´ Austerlitz

Freitag, 14.Juni 1940 - Chaos in Paris, am Tag des Einmarsches der deutschen Truppen. Ungewissheit, Panik und Angst charakterisieren die vorherrschende Stimmung. In Mitten dieser Unruhen wird Polizei- Inspecteur Éduard Giral zum Gare d´Austerlitz an einen Tatort gerufen. In einem Bahnwaggon wurden vier polnische Leichen entdeckt, offenbar Opfer eines Giftanschlags. Der ehrgeizige, rechtschaffende Polizist beginnt, aller Widerstände aus den eigenen Reihen und der Besatzer zum Trotz, zu ermitteln und trifft bald auf den vielversprechenden Zeugen Fryderyk. Doch bevor dieser Giral näheres zu den Opfern und zu der Verbindung zu dem polnischen Dorf Bydgoszcz mitteilen kann, wird er in seiner Wohnung tot aufgefunden. Vermutlich Selbstmord. Giral will nicht an einen Zufall glauben. Auch wenn die Stimmen, für die Einstellung der Ermittlungen, immer lauter werden und Èduard sich durch seine Nachforschungen selbst in Gefahr bringt, ist sein Drang und der unbedingte Wille nach Gerechtigkeit für die Opfer größer. Mutig, kämpferisch und unnachgiebig widersetzt sich Inspecteur Giral, in einer Zeit der ungeklärten Zuständigkeiten, einerseits Wehrmacht und Gestapo, andererseits auch den Widersachern aus den eigenen Reihen. Chris Lloyd nimmt uns, aus der Sicht von Éduard Giral, mit in ein Paris, in dem von einem Tag auf den anderen nichts mehr so scheint wie zuvor. Verlorene Leichtigkeit wird abgelöst von Beklemmung und Ungewissheit. Werte wie Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit scheinen abgeschafft. Dieser fesselnde, bewegende Krimi animiert zum Nachdenken und zeigt auf unvergessliche Weise, wie bedeutsam Widerstand und der Wille nach Gerechtigkeit sind, unabhängig der äußeren Einflüsse.

Gelesen von Maurice Prümm