District VIII

Was ein packender, beklemmend emotionaler Krimi! Was ein grandioses Buch von Adam Lebor, erschienen im Polar Verlag, der Adresse für besondere Krimis!

Es sind diese besonderen Krimis, welche das Lesejahr so lesenswert machen, welche noch weit über das Ende hinaus in Erinnerung bleiben und die Schicksale der Figuren noch lange Zeit nachhallen.

"District VIII" ist genau das, ein bestens recherchierter, auf wahren Begebenheiten beruhender politischer Kriminalroman.
Genauso facettenreich wie der Hauptschauplatz Budapest selbst, genauso emotional, wie die Zeit in der er spielt. Der Zeit, als 2015 unzählige Geflüchtete unwürdig am Keleti- Bahnhof im District VIII fest saßen und in der Politik Korruption und Bestechlichkeit vorherrschten.

Dieses Buch hat mich mit solch einer Wucht nach Budapest und in diese schwierigen Wochen katapultiert, dass ich die Stimmung, die Angst und die gierigen Profiteure förmlich spüren konnte.
Für den ehrgeizigen Roma- Kommissar Balthazar Kovács beginnt dieser alptraumhafte Fall, als er ,einem anonym zugestellten Bild folgend, zu einem Tatort fährt und dort lediglich einen verstörten Jungen vorfindet. Informationen der befreundeten Journalistin Eniko zufolge, handelt es sich um den geflüchteten Syrer Simon Nazir. Warum wurde der Tote umgehend von der, direkt dem Präsidenten untergeordneten, Gendarmerie weggeschafft und warum gibt man Kovács gewaltsam zu verstehen, sich aus dem Fall rauszuhalten?

In District VIII geht es um korrupte und bestechliche Politiker, scheinbar zu allem bereit, um den Kampf für freien Journalismus, das Leben als Minderheit und nicht zuletzt um die Würde eines jeden einzelnen!
Eigentlich unvorstellbar, dass wir hier über einen Staat der EU reden. In dem Orbán und Co. ihre eigenen Vorstellungen zu haben scheinen!

Gelesen von Maurice Prümm


Bibliographie