Leonard & Paul
In den ersten Kapiteln lernen wir, die geneigte Leserschaft, die beiden Protagonisten dieses Romanes kennen. Zum einen ist da Leonard, hier zitiert mit diesem passenden Satz „Wie es manchmal ist bei Jungen, die Brettspiele lieber mögen als Sport, hatte Leonard wenige Freunde, aber viele Ideen“.
Leonard ist Buchautor, allerdings nicht so, wie wir das zunächst denken. Er ist genauer gesagt Ghostwriter für Kindersachbücher. In unserer Geschichte arbeitet er gerade an einem Sachbuch über die Römer. Er ist introvertiert, schüchtern, aber sehr schlau und steckt voller kreativer Ideen!
Zum anderen Paul, der uns folgendermaßen vorgestellt wird: „Er hatte bereits mehr als dreißig seiner biblisch verbrieften siebzig Lebensjahre hinter sich, und Fremde, die gern ungefragt ihre Meinung kundtaten, mochten behaupten, ihm fehle es an „Elan“ oder er wolle lediglich seine Eltern überdauern, um so ohne eigenes Zutun zum Hausbesitzer zu werden. Aber Paul war ein Mensch, an dem Tratsch dank seiner generellen Selbstvergessenheit komplett vorbeiging.“
Paul lebt vor sich hin, hat kein richtiges Ziel vor Augen und lebt bei seinen Eltern. Er besucht mit seiner Mutter das Altenheim um die Ecke, um den Menschen dort Gesellschaft zu leisten. Außerdem macht er bei einer Ausschreibung der VHS mit, bei der es um das Finden einer schönen Abschiedsfloskel für Emails geht. Ob er diese gewinnt oder nicht, müssen Sie natürlich selbst erlesen!
Die Geschichte über die beiden Außenseiter liest sich wie ein Eintauchen in die Welt im Stil der „fabelhaften Amelie“ – viele kleine Details und Schnörkel machen dieses Buch zu einem wahren Schatz an Zitaten!
Noch ein letztes Beispiel: „Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich die Türen und Fenster in meinem Leben ein bisschen aufschieben muss.“
Eine besondere Empfehlung zum #indiebookday – was wohl mehr #indie gar nicht sein kann! Und danke an Torsten Woywod & Frauke Meurer für „die Hebung“ dieses Schatzes!
Für Sie gelesen von Katja Rohles