Mit aller Macht
Ein sehr beeindruckendes Buch, dessen ausdrucksstarke, bewegende Geschichte auch über das Ende hinaus noch nachhallt.
Erschienen im Pendragon Verlag.
Ich habe diese faszinierende Story atemlos fast in einem durchgelesen. Wollte und musste unbedingt wissen wie das Ganze sich zugetragen hat und schließlich endet.
Gespürt habe ich dabei Unglaube, Wut und Fassungslosigkeit zu was Menschen bereit sind zu werden und zu opfern für ein System, in dem es eigentlich keine Gewinner gibt.
Viel schlimmer noch: zu was Menschen im Stande sind, ihren Mitmenschen, sei es Freund oder Feind, anzutun...
Eines Morgens sitzt Peter Körber, ehemaliger Hauptmann des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, nichts ahnend in seiner Datcha, als ein damaliger Weggefährte an der Tür klopft und ihn um einen letzten Gefallen bittet. Im Gegenzug verspricht er ihm Informationen, die sein Leben verändern werden...
Die Geschichte beginnt 1949 und einem jungen Peter, der von seiner Tante und deren prizipientreuen Lebensgefährten adoptiert wird. Eben dieser ebnet ihm den einen, scheinbar perfekten Weg. FdJ und Eliteschulen ziehen Peter Körber heran zu einem der ihren. Auch sein bester Freund Grischa geht mit ihm diesen Weg. Beide verbindet die große Liebe zur Musik, zum Jazz.
Auch wenn er seiner späteren Frau Dora vieles von Berufswegen aus verheimlichen muss, läuft es gut zwischen ihnen. Bis zu dem Tag, als sie, völlig unerwartet, über Tschechien in den Westen flieht und damit auch Peters Leben für immer verändern wird.
Als er dann vor einer großen Entscheidung steht, nimmt er sich der Tagebücher seines ihm unbekannten Vaters Fritz Wernicke an und entdeckt erstaunliche Parallelen. Nach Träumen vom eigenen Hotel wurde auch er unfreiwillig zu einem scheinbar unersetzlichen Rad im Regime der Nazis...
Ausdrucksstark, emotional, bildgewaltig und absolut fesselnd erzählt dieses Buch die Geschichte einer Familie über zwei Generationen, dessen Freiheit und Selbstbestimmung vom jeweiligen politischen System bestimmt und eingenommen wurde...
Gelesen von Maurice Prümm