Solange wir schwimmen
Ein beeindruckendes, leises, berührendes und ganz besonderes Buch – welches sich wunderbar in die Serie der „Schwimmbad/Freibad“ Bücher einreiht.
Dieses Schwimmbad ist unter der Erde und alles dort geht seiner geregelten Bahnen. Die Regeln des Schwimmbades haben alle verinnerlicht. Ohne Badekappen wird man dort keine und keinen antreffen. Auch das Überholen wird nicht drängelnd, sondern mit einem kleinen Tippen am Fuß angekündigt. Natürlich darf man nur ins Wasser, wenn man sich vorher ordentlich abgeduscht hat…
Unter all diesen schwimmenden Menschen, die wirklich aus allen gesellschaftlichen Strukturen kommen, sticht eine ganz besonders hervor.
Alice geht jeden Tag schwimmen und man merkt, dass diese Institution ihr Halt und Ankerpunkt ist in einer für Sie immer flirrenderen Welt. Denn Alice ist dement und lebt in einem Altersheim in der Nähe des Schwimmbads. Als das Schwimmbad durch ein Kuriosum schließen muss, begleiten wir Alice bis zum Schluss und lernen ihre Welt kennen.
Lassen Sie sich trotz des schwermütigen Themas darauf ein, die Sprache ist eine ganz besondere und Julie Otsuka hat mich verzaubert! Vielleicht ja auch Sie.
Für Sie gelesen von Katja Rohles