Unser Tipp für Sie
„Es heißt nicht umsonst englischer Rasen. Kein anderes Land der Welt macht so ein Getue um das perfekte Grün, auch wenn es vor den endlosen Londoner Reihenhäusern oft nur einige wenige Quadratmeter misst. Akkurat geschnitten muss der Rasen sein und polsterweich, grün leuchten soll er, jeder Halm in Reih und Glied stehen wie die Queen’s Guard. In England ist der Rasen die Visitenkarte eines jeden Hauses.“
So viel also zum englischen Rasen bzw. der britischen Gartenliebe. Davon gibt es noch viel mehr in diesem Buch von Jane Crilly. Herrlich britisch, mit ein bisschen Humor und locker leicht erzählt, nimmt uns die Autorin mit ins Jahr 1938. Rose Blake ist die Tochter eines besseren Hauses und Henry Evans der Sohn des Gärtners ebendort. Es passiert das, was nicht passieren darf: Die beiden verlieben sich ineinander und nicht nur das, beide entwickeln eine Leidenschaft für den Tennissport, die sie allerdings nicht wie ersehnt ausleben können. Rose nicht, weil sie eine junge Frau ist, für die es sich in der damaligen Zeit nicht gehört, diesen Sport professionell auszuüben. Henry nicht, weil es seinem gesellschaftlichen Stand nicht entspricht und er lediglich der Balljunge sein darf. Eine wunderbare Geschichte gerade für diese Zeiten!
Für Sie gelesen von Katja Rohles
Beschreibung
Großbritannien 1938. Für die junge Rose Blake ist Wimbledon der Ort, an dem ihr größter Traum in Erfüllung gehen könnte. Doch die Zeit ist nicht reif: Wenn es nach ihren Eltern geht, und in der Regel geht es nach ihren Eltern, soll Rose eine gute Ehefrau werden und keine Profi-Tennisspielerin. Für Henry Evans ist Wimbledon der Ort, an dem er und Rose sich so nah gekommen sind wie nirgendwo sonst. Denn die beiden Teenager trennen Welten: Rose, Tochter aus besserem Hause, spielt Chopin auf dem Klavier und lernt Französisch, Henry, dessen Mutter viel zu früh verstorben ist, gehört zum Hauspersonal: Er wohnt nur auf dem Anwesen, weil sein Vater bei Familie Blake als Gärtner angeheuert hat. Und doch führt das Leben Rose und Henry zusammen. Er darf ihr Balljunge sein, sie bringt ihm Tennis bei, er nimmt sie auf seinem Fahrrad mit. Sie freunden sich an, sie verlieben sich. Bis der Krieg sie schmerzlich trennt. Henry geht den für ihn einzig denkbaren Weg: Er wird der Gärtner von Wimbledon - und bleibt es fünfzig Jahre lang. Immer in der Hoffnung, dass auch Rose eines Tages zurückkehren wird
Über Jane Crilly
JANE CRILLY, geboren 1972 in einem kleinen Städtchen in Südengland, wollte schon früh ihre Heimat hinter sich lassen. Vorfreudig hat sie ihre Au-pair-Zeit herbeigesehnt, um dann bitter enttäuscht zu werden: von der schrecklichen Gastfamilie und ihren noch schrecklicheren Kindern. Trost gespendet hat allein die pâtisserie, die sie durch das vielleicht einsamste Jahr ihres Lebens getragen hat. Später studierte Crilly mit deutlich größerer Begeisterung Kunstgeschichte und arbeitete in verschiedenen Galerien. Ihr größte Leidenschaft gilt allerdings der Literatur, ihre Lieblingsautorin ist Nancy Mitford. Lange schrieb Crilly nur für die Schublade, »Der Gärtner von Wimbledon« ist ihr erster Roman. Heute lebt Crilly mit ihrer Englischen Bulldogge Headache und ihrem Mann zwischen London und Cambridge.
Leseprobe
'Ich werde eine berühmte Tennisspielerin. Ich werde in Wimbledon spielen, sagte Rose. Und wenn nicht, will ich zumindest im Publikum sitzen. Ich werde da sein, sagte ich. Rose lachte. Was ist so lustig?, fragte ich. Ich weiß nicht. Es es klingt wie eine Verabredung in der Zukunft.'