Unser Tipp für Sie
Hermeskeil, die ländlich gelegene kleine Stadt im Hunsrück, 47 Minuten von Neunkirchen entfernt, ist der Geburtsort von
Shida Bazyar, der Autorin dieses außergewöhnlichen Romans, der alles andere als provinziell ist.
Eine tiefe Freundschaft verbindet die drei jungen Frauen, die in der „Siedlung“ eine gemeinsame Jugend erlebten.
Bei einem Jahre späteren Treffen wird deutlich, was den Alltag dieser intelligenten Protagonistinnen häufig bestimmt, es sind die
Blicke, die Sprüche, Hass und der Verweis auf die fremde Herkunft.
Der „Jahrhundertbrand“, so im Zeitungsbericht auf den ersten Seiten des Buches geschrieben, bleibt nicht das einzige spannende
Ereignis, spannend ist auch die Sprache des Romans. Mit dieser gelingt der Autorin neben dem intensiven Blick auf die Freundschaft
der drei Frauen auch eine kritische Betrachtung des Umgangs der Gesellschaft mit Andersartigkeit.
Gerade ist der Roman bei KiWi erschienen und wurde an die Buchhandlungen ausgeliefert.
Gelesen für Sie von Peter Schiwek
Beschreibung
Die Romanvorlage für die gleichnamige Verfilmung der Regisseurin Milena Aboyan. Ab September 2026 in den deutschen Kinos. Shida Bazyar erzählt voller Wucht und Furor von den Spannungen und Ungeheuerlichkeiten der Gegenwart - und von drei jungen Frauen, die zusammenstehen, egal was kommt. Seit ihrer gemeinsamen Jugend in der Siedlung verbindet Hani, Kasih und Saya eine tiefe Freundschaft. Nach Jahren treffen die drei sich wieder, um ein paar Tage lang an die alten Zeiten anzuknüpfen. Doch egal ob über den Dächern der Stadt, auf der Bank vor dem Späti oder bei einer Hausbesetzerparty, immer wird deutlich, dass sie nicht abschütteln können, was jetzt so oft ihren Alltag bestimmt: die Blicke, die Sprüche, Hass und rechter Terror. Ihre Freundschaft aber gibt ihnen Halt. Bis eine dramatische Nacht alles ins Wanken bringt. Shida Bazyar zeigt in aller Konsequenz, was es heißt, aufgrund der eigenen Herkunft immer und überall infrage gestellt zu werden, aber auch, wie sich Gewalt, Hetze und Ignoranz mit Solidarität begegnen lässt. 'Drei Kameradinnen' ist ein aufwühlender, kompromissloser und berührender Roman über das außergewöhnliche Bündnis dreier junger Frauen - und das einzige, das ein selbstbestimmtes Leben möglich macht in einer Gesellschaft, die keine Andersartigkeit duldet: bedingungslose Freundschaft. 'Uns gibt es in dieser Welt nicht. Hier sind wir weder Deutsche noch Flüchtlinge, wir sprechen nicht die Nachrichten und wir sind nicht die Expertinnen. Wir sind irgendein Joker, von dem sie noch nicht wissen, ob sie ihn einmal zu irgendetwas gebrauchen können.' Aus: 'Drei Kameradinnen'
Über Shida Bazyar
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman 'Nachts ist es leise in Teheran' (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. 'Drei Kameradinnen' folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.